Ein Projekt aus der Region Sparkasse Vorpommern

Rettung & Aufzucht verwaister Rehkitze & Hirschkälber

Rettung & Aufzucht verwaister Rehkitze & Hirschkälber
2.980 EUR
397 % Fundingschwelle erreicht
124 % Fundingziel erreicht
25
Unterstützer
Projekt erfolgreich
1.375 EUR

Co-Funding von
Sparkasse Vorpommern

Neben vom Aussterben bedrohter Haustierrassen, die auf der [url=https://www.facebook.com/AufzuchtstationRehkitze] Arche [/url ]ihr Zuhause haben, stehen verwaiste Rehkitze und Hirschkälber, die mit der Flasche aufgezogen werden im Mittelpunkt.

Ort Sundhagen
Kategorie Tier- & Umweltschutz

Die andere Seite unserer Arbeit....

Elisa Beckmann
02.06.21, 08:43 von Elisa Beckmann

Liebe Interessierte und Spender/innen,

heute möchte ich euch eine Geschichte erzählen, wie sie so oder so ähnlich zu unserem täglichen Leben in der Kitzaufzucht zählt.

Ein Ehepaar findet vor drei Tagen auf seinem Sonntagsspaziergang ein Rehkitz. Den rechten Vorderlauf abgestreckt, versucht es immer wieder seinen Kopf zu heben - leider vergeblich. Das Warten auf die Kitzmutter wird nicht belohnt und das heisere Fiepen des Kleinen wird immer leiser.
Die Eheleute greifen zum Telefon und informieren den zuständigen Förster, der sein Kommen zwar verspricht, aber nicht auftaucht. Nach langer Wartezeit tut das Ehepaar genau das Richtige: sie packen das Kitz vorsichtig ein und nehmen es mit. Was folgt ist ein Telefonmarathon.
Nach Telefonaten mit unserem Team und der Tierrettung machen wir uns bereit zur Aufnahme für das Kleine.
Fundort und eine Ehrenamtliche, die sich auf das Kitz vorbereitet, liegen 250 km auseinander - und das ist den Findern hoch anzurechnen, das sie diesen Weg auf sich nehmen: "Wir können es doch nicht einfach sterben lassen".

Angekommen in Greifswald sieht unsere Ehrenamtliche bei dem kleinen Kitz im Korb sofort, dass es neurologische Ausfälle hat. Es hält den Kopf schräg und es sieht so aus, als ob sich bereits ein Raubvogel an dem armen Ding zu schaffen gemacht hätte.
Damit war klar: der erste Gang bei überstandener Nacht geht sofort zum Tierarzt. Zwei Ehrenamtliche wachen auf Brust, im Schoss oder im Körbchen über das warm eingepackte Bündel bis zum nächsten Morgen.
Die Tierrettung bringt das Tier zum Arzt: Diagnose Lungenentzündung, Antibiotika und ab nach Hause....zu uns, zur Arche.
So schnell die Tierärztin das kleine Böckchen aber abgeliefert hat, so schnell sitzt Gudrun , Gründerin und "Nr 1" unseres Vereins, im Auto um zurück zur Praxis zu fahren. Neurologische Ausfälle und schwere Kopfverletzung blieben von den Tierärztin unbeachtet.
Nach kurzem medizinischen Reh-Exkurs für die tiermedizinische Praxis, geleitet von Gudrun, wird beschlossen das arme Kitz zu erlösen.

Bitte nicht falsch verstehen - jeder macht seine Fehler und sicher hat jeder sein bestes gegeben. Keine/r der Beteiligten kann etwas dafür, dass die tiermedizinische Infrastruktur für Wildtiere so desolat ist.
So ist auch der Betrieb einer Aufzuchtstation für Rehkitze nicht eben so aus dem Boden zu stampfen...es braucht Geld, Energie, Leidenschaft und Liebe.

Umso wichtiger ist es, dass alle Beteiligten an einem Strang ziehen.

Wir sind sehr traurig, denn der Kleine hätte einen wesentlich kürzen Leidensweg haben können. Wir haben versucht dem Böckchen alles bestmögliche angedeihen zu lassen, doch die Schmerzen konnten auch wir nicht wegzaubern.

Vielleicht versteht ihr, wie wichtig unsere Arbeit ist - und dafür sind wir sehr dankbar. Wäre es nur die Lungenentzündung gewesen, wäre der kleine Bock in Quarantäne und nach Genesung zu unseren anderen Kitzen in den Kitzkindergarten gekommen - und hätte damit die Chance gehabt, ein großer, starker Bock zu werden.

Mit euren tollen Spenden und eurer Unterstützung können wir solche und andere Fälle in Zukunft vielleicht anders lösen - auf jeden Fall kommt jeder Cent den Kitzen und dem Kitzkindergarten zu Gute.

Vielen, vielen Dank!

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